Ist damit das o.g. Zitat nicht automatisch hinfällig. Bzw wenn es von Lieberknecht gewünscht ist, lag es da dann nicht an der Umsetzung durch die Spieler, oder denkst du Lieberknecht hat dazugelernt.
Das ist tatsächlich eine sehr gute Frage. Ob es letztlich Lieberknechts bevorzugte Taktik war oder ob die Spieler seine Vorstellungen einfach nicht richtig umsetzen konnten, werden wir wahrscheinlich nie erfahren. Fakt ist aber, dass sich zur neuen Saison offenbar etwas verändert hat bzw. sich gerade in eine Richtung entwickelt, die mir persönlich sehr gut gefällt und die ich mir schon länger gewünscht habe.
Ich musste mich deshalb zwangsläufig auch immer wieder selbst hinterfragen und mir die Frage stellen, warum es an anderen Standorten wie Elversberg, Paderborn oder jetzt auch Karlsruhe deutlich schneller und besser mit einer Änderung oder Erweiterung des Spielstils zu funktionieren scheint. Vor allem frage ich mich, warum die dortigen Trainer offenbar so schnell einen spürbaren Einfluss auf ihre Mannschaften nehmen können, während es bei uns offenbar fast zwei Jahre gedauert hat - in der schnelllebigen Zeit heute, eine gefühlte Ewigkeit die viele Clubs ihren neuen Übungsleitern überhaupt nicht mehr einräumen (können).
Eine wirklich zufriedenstellende Antwort darauf habe ich nach wie vor nicht gefunden. Ich könnte mir allerdings vorstellen, dass die Kaderstruktur dabei eine größere Rolle spielt, als man zunächst denkt. Bei Hertha ist es aktuell ähnlich, Nürnberg geht ebenfalls in diese Richtung. Alle Mannschaften hatten beziehungsweise haben große Umbrüche im Sommer hinter sich und wurden von vielen „Experten“ bereits als mögliche Enttäuschungen der Saison gesehen. Bislang zeigt sich allerdings eher das Gegenteil. Vielleicht liegt genau darin ein Teil der Erklärung: Wenn sich eine Mannschaft in kurzer Zeit neu finden und eine gemeinsame Identität entwickeln muss, kann das unter Umständen auch zusammenschweißen und dafür sorgen, dass die Spieler schneller als Einheit auftreten.
Trotzdem sollte man natürlich abwarten, wie nachhaltig diese Entwicklung beim FCK tatsächlich ist. Ich glaube außerdem, dass wir mit Darmstadt am vergangenen Samstag einen der dankbarsten Gegner erwischt haben, die uns in dieser frühen Saisonphase begegnen konnten. Dort läuft momentan einfach noch sehr wenig zusammen, weshalb man das Ergebnis und die Entwicklung vielleicht auch ein Stück weit einordnen muss. Wie schon gesagt, die nächste sportliche „Standortbestimmung“ wartet am kommenden Samstagmittag, mit dem traditionell schweren Auswärtsspiel in Magdeburg auf uns.